In den Monaten August bis Oktober 2018 fanden vier Fokusgruppensitzungen des HiReach-Projekts statt. Zwei davon waren mit jungen Migranten; die erste Fokusgruppe bestand aus zwei Männern und zwei Frauen, die alle in abgelegenen/ländlichen Gebieten Luxemburgs lebten. Die zweite Fokusgruppe bestand aus drei Männern und einer Frau, von denen eine Person in der Innenstadt und die anderen wiederum in abgelegenen/ländlichen Gebieten lebten. Die beiden anderen Fokusgruppensitzungen wurden mit Personen durchgeführt, die in abgelegenen ländlichen Gebieten leben. In der ersten Fokusgruppensitzung nahmen sechs Personen teil, in der zweiten Sitzung vier Personen (nur Frauen).

Ziel dieser Fokusgruppensitzungen war es, die wichtigsten Mobilitätsprobleme und -bedürfnisse der verschiedenen gefährdeten sozialen Gruppen aufzuzeigen. 

Während der Fokusgruppensitzungen, die mit den Migranten durchgeführt wurden, konnte festgestellt werden, dass der Bus ihr Hauptverkehrsmittel ist wenn sie regelmäßig ins Zentrum von Luxemburg pendeln. Neben zwei Teilnehmern, die das Auto als Hauptverkehrsmittel nutzen um täglich ins Zentrum Luxemburgs zu pendeln, äußerten die Migranten den Wunsch, ein Auto zu kaufen und es als Hauptverkehrsmittel zu nutzen (wenn sie über die finanziellen Mittel und die Möglichkeit verfügen ihren Führerschein zu benutzen). Das Auto wird von allen Migranten als eine bequeme Möglichkeit angesehen außerhalb Luxemburgs zu reisen und Wochenendreisen zu unternehmen.

Die Migranten, die an den Fokusgruppensitzungen teilgenommen haben, haben im Allgemeinen keine Probleme, insbesondere mit dem Verständnis des öffentlichen Verkehrsnetzes. Vor allem die Jüngeren sind mit Internet- und Smartphone-Anwendungen bestens vertraut.

Zu ihren Mobilitätsbedürfnissen gehören persönliche Termine, Bildung und Sport. Keiner der Teilnehmer (sind gesetzlich dazu berechtigt) arbeitet an einem regulären Arbeitsplatz. Eine Beobachtung, die gemacht werden konnte, war, dass die Migranten mehr Mobilitätsbedarf hatten, was die Anreise in die Innenstadt Luxemburgs für Bildung und Verwaltung betrifft. In dieser Hinsicht scheinen sie jedoch im Einklang mit jungen Einheimischen zu stehen, die aufgrund der Umstände (in diesem Fall aufgrund der Zuweisung eines Wohnsitzes in einem ländlichen Gebiet) aus einer urbanisierten Umgebung (in ihrem Herkunftsland) ausgewandert sind.

Während ihren Reisen wurde keine besondere Diskriminierung festgestellt. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die öffentlichen Verkehrsmittel für Flüchtlinge kostenlos sind (also keine besonderen Probleme mit der Ticketkontrolle). Die hohe Vielfalt der luxemburgischen Bevölkerung könnte auch ein Grund für das Fehlen besonderer Diskriminierungserfahrungen sein.

Das Hauptproblem der Mobilität bezieht sich auf den Standort ihrer Wohnsitze. Die letzten Busfahrten am Abend, die sowohl zu den ländlichen Orten als auch innerhalb der Stadt fahren, sind zu früh, was die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben einschränkt. Außerdem ist die Frequenz der Busse am Wochenende zu niedrig (z.B. ein Bus pro Stunde), was nur zu einer stark geplanten und erwarteten Mobilität führt. Taxis gelten weithin als sehr teuer und gelten daher nicht als Mobilitätsoption.

Dies ist auch das Hauptthema der Teilnehmer, die in abgelegenen Gebieten leben. Die meisten Teilnehmer leben in den Nachbarländern (insbesondere Frankreich) und arbeiten in Luxemburg (insbesondere Luxemburg-Stadt). Die Teilnehmer können sich jedoch aufgrund der hohen Wohnungspreise nicht leisten in Luxemburg zu wohnen. Dies lässt sich durch die Konzentration der Wirtschaftstätigkeit im Süden erklären. Große Preisunterschiede auf dem Immobilienmarkt, aber auch ein weit verbreiteter Wunsch von Wohneigentum führt zu einer zunehmenden Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort. Vor allem die jüngeren Generationen tendieren dazu, sich weiter von den Städten weg in Richtung Stadtrand, ländliche Gebiete oder sogar über die Grenzen hinaus zu bewegen. Dies führt zu einer diffusen Urbanisierung, die zu längeren durchschnittlichen Fahrten und einem erhöhten Mobilitätsbedarf und damit zur Verkehrsarmut führt.

Date: 
Tuesday, August 13, 2019

1. Fokusgruppensitzungen zur Mobilität mit Migranten und Personen die in ländlichen Regionen leben

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